Appenzeller Sennenhunde und alle anderen bellenden 4-Beiner

Auch wenn der Schwerpunkt auf dem Appenzeller Sennenhund liegt, sind auch alle anderen Hundehalter, die Spaß am Erfahrungsaustausch haben, mit ihren Hunden herzlich willkommen
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AutorNachricht
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BeitragVerfasst: 10. Jan 2011, 14:47 
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Ja, so ungefähr im alter von 2 - 2 1/2 Jahren kommt der Hund zur Sehbehinterten oder blinden Person. Nach ca. 6-8 Monaten beim Blinden muss dieser auch noch eine IV-Prüfung ablegen. An seinem Wohnort, auch da will der Experte alles sehen, am liebsten Baustellen, weil die ziemlich schwierig zu bewältigen sind und auch gefährlich sein können. Wenn der Blinde mit seinem neuen Hund die Prüfung bestanden hat, sind sie ein offiziell zugelassenes Führgespann. Ein Führgespann muss so gut zusammen harmonieren wie ein Ehepaar. Alle 2 Monate gibt es ein Gespräch mit dem Instruktor der das Gespann betreut, damit sich keine Fehler einschleichen.

Die Beziehung basiert auf gegenseitigem Vertrauen in jeder Situation, man muss den Hund gefühlsmässig an sich ran lassen, obwohl man weiss, dass er in einigen Monaten hergegeben werden muss. Kuscheln, gehorsam und auch Gehorsamsverweigerung, alles gehört dazu, Du musst den Hund so lieb haben, als ob er 16 Jahre dein Begleiter sein wird, wie deinen eigenen Hund halt.

Bei meinem 1. Hund Farso, habe ich etwas Abstand gehalten. Ich hatte immer im Hinterkopf den Gedanken, dass ich ihn ja wieder abgeben musste. Nach ca. 4 Monaten hat es der Instruktor gemerkt, hat mich beiseite genommen und mir gesagt, dass ich den Hund an mich ran lassen muss, sonst sei die ganze Arbeit umsonst. Dann kam dieser Tag und ich war heilfroh, dass ich ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut hatte.
Stell Dir vor, an einer Übung heisst es Dunkelbrille aufsetzen, Hunde austauschen. Das Gelände war uneben, mit Abhang, Mäuerchen usw. mit meinem Hund konnte mir nichts passieren.
Zu meinem Hund habe ich das Vertrauen, dass er mich in dieser Situation so führt, dass ich nirgends hinunter stürze. Beim fremden Hund weiss ich nicht, was kann er - führt er überhaupt? Was passiert? Also der Hund will zu seiner eigenen Meisterin zurück, benimmt sich wie verblödet, springt in die Leine, zerrt in alle Richtungen, sträubt sich mit mir nur einen Schritt vorwärts zu gehen. Er hat kein Vertrauen zu mir. Bei meinem Farso hat es nicht lange gedauert, kam er an meine rechte Seite, hat sich etwas ruppig angemeldet und eine verzweifelte Stimme schreit, mein Hund ist weg! Mensch war ich froh, meinen Hund an meiner Seite zu haben.
So verlassen fühlt sich der Blinde, wenn der Hund nicht gehorcht, kein Vertrauen hat usw.

Wenn die Zeit gekommen ist und man ihn abgeben muss, heult man halt ein paar Wochen. Immer wenn man einen guten Hund hat, muss man ihn abgeben. Dann ist ungefähr 1 Jahr Sendepause. Wenn er dann die IV-Prüfung beim Blinden abgelegt hat, darf man wieder Kontakt aufnehmen. Die Hunde freuen sich dann wahnsinnig und sind dann ganz aus dem Häuschen. Aber sie haben ihren Platz gefunden und wissen wo sie hingehören. Farso ist jetzt 12 Jahre alt. Wenn er mich am Telefon (Lautsprecher) hört, will er sofort aus der Wohnung und läuft zum Parkplatz um nachzusehen ob ich unten bin. Er kommt grad noch mit mir zu versäubern, aber dann keinen Schritt mehr weiter, er will zu seinem blinden Herrn zurück. So muss es sein.

Lg Appiherz


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BeitragVerfasst: 10. Jan 2011, 14:57 
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Oh Doris, man merkt wie viel Herzblut Du in Deine vierbeinigen Lieblinge steckst! Traumhaft! Wird ein Hund ab einem bestimmten Alter in "Rente" geschickt, oder bleibt er Zeit seines Lebens Blindenführhund, sofern es seine eigene Gesundheit zu lässt?

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Liebe Grüße

Nicole & Diego

"Mit Hund gibt es keinen Tag mehr in Deinem Leben, an dem Du nicht lachst!"
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BeitragVerfasst: 10. Jan 2011, 16:24 
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Die IV rechnet das ein Hund führt bis zum vollendeten 11. Lebensjahr. Aber die meisten Hunde führen solange es ihnen selbst gesundheitlich gut geht.
Ältere blinde Personen behalten oft den Hund so lange er lebt, wenn sie keinen jungen Hund mehr halten wollen oder können. Wenn natürlich ein Blinder noch voll im Arbeitsleben steht, braucht er einen Führhund, dann wird der alte Hund in Pension gegeben. Es gibt liebe Familien die so einem Tier noch einen schönen Lebensabend bieten.
Im Tessin verstarb vor 2 Jahren ein Border-Collie der führte seinen Meister 16 Jahre lang, bis er in der Nacht friedlich eingeschlafen ist.
Lg Appiherz


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BeitragVerfasst: 10. Jan 2011, 18:09 
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Ich finde es klasse wie du das alles hinbekommst,eine ganz tolle Sache .
Wie vielen Menschen du schon damit geholfen hast,das ist WIRKLICH TOLL!!! :good:

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Gruß Anja u. Appenzeller Rüde Max
Man kann nicht jeden Tag etwas Großes tun,aber gewiss etwas Gutes!!


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BeitragVerfasst: 10. Jan 2011, 19:34 
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Ist wirklich toll, wie du damit umgehst Doris. Und schön, wenn ein Hund einfach weiß, wohin er schlussendlich gehört; seinen ersten Meister aber trotzdem nicht vergisst. Aber was mir noch wirklich gefällt, ist die Tatsache, dass für diese Hunde auch im Alter würdevoll gesorgt wird.

Ich denke, dass diese Hunde ein sehr schönes und ausgefülltes Leben haben. Obwohl wahrscheinlich die Trennung von ihrem Meister, wenn sie in Rente gehen, schon sehr schwer ist.

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Gerlinde & Toby

Der Mensch glaubt manchmal, er sei zum Besitzer, zum Herrscher erhoben worden. Das ist ein Irrtum. Er ist nur ein Teil des Ganzen. Seine Aufgabe ist die eines Hüters, eines Verwalters, nicht die des Ausbeuters. Der Mensch hat Verantwortung, nicht Macht. (Onondaga)


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BeitragVerfasst: 11. Jan 2011, 00:23 
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Die Trennung ist immer schwer, für beide Seiten. Die Hunde haben es aber gut, sie sind praktisch ihr Leben lang 24 h mit nur wenigen Ausnahmen bei ihrem Partner.
Wir lassen unsere Hunde oft alleine, wenn wir zum Einkaufen gehen, sind sie zu Hause oder im Auto und warten auf uns. Wir gehen ins Kino, Disco, Theater und weiss wo hin, wo unsere Hunde nicht hin können bzw dürfen. Blindenhunde haben ein Privileg, sie dürfen überall hin mit. Sogar im Flugzeug werden sie gratis in der Kabine bei ihrem Blinden mitfliegen.
Ich höre oft Blindenhunde seinen arme Hunde weil sie nicht mit anderen Hunden spielen dürfen. Das stimmt natürlich nicht, alle Blindenhunde müssen täglich ihren Freilauf bekommen. Nur ein glücklicher Hund führt, plagt ihn etwas verweigert er die Führarbeit.
Lg Appiherz


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BeitragVerfasst: 11. Jan 2011, 10:44 
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appiherz hat geschrieben:
Ich höre oft Blindenhunde seinen arme Hunde weil sie nicht mit anderen Hunden spielen dürfen. Das stimmt natürlich nicht, alle Blindenhunde müssen täglich ihren Freilauf bekommen. Nur ein glücklicher Hund führt, plagt ihn etwas verweigert er die Führarbeit.
Lg Appiherz


Welche Leute denken denn so einen Unfug??? Ich kenne zwar keinen Blindenhund. Aber ich war mir immer sicher, dass auch diese Hunde ihren ausgiebigen Freiraum zum Toben und Spielen allein oder mit Kumpels haben.

Arbeitshunde bringen eine enorme Leistung. Wenn man sich überlegt, dass ein Hund im Normalfall ca. 14 - 16 Stunden verschlafen würde, dann wird ein Arbeitshund doch schon sehr gefordert. Unabhängig davon, ob ein aktiver Hüte- und Treibhund oder ein Blindenführhund.

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BeitragVerfasst: 11. Jan 2011, 12:43 
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Ich kannte mal einen jungen Mann im Taunus, der bedingt durch Nierenerkrankung und Diabetes, erblindet war und einen Blindenführhund hatte.
Das war ein ganz dolles Gespann, die beiden.

Dann passierte mal folgendes:
Vor den Augen des Blinden wurde nächtens ein Auto aufgebrochen und ausgeraubt. Der Blinde konnte natürlich nicht wissen, dass das Räuber waren, die da am Fahrzeug waren. Sein Hund, der ohne Leine handelte, wie jeder andere Hund auch - nämlich als Wächter für seinen Herrn - war im Geschirr.
In diesem Moment war er nur noch eines - ein Blindenführhund, der seinen Herrn sicher durch die Welt führt.

Tags darauf stellte sich heraus, dass eine lang gesuchte Autoknackerbande vor Thomas Augen ein Fahrzeug ausgeraubt hatte, dass Thomas mehr als nur Glück hatte - die Bande war als äusserst gefährlich und gewalttätig eingestuft worden. Nur das souveräne Auftreten seines Hundes als Blindenführhund verhinderte schlimmeres - gemäss dem Motto: der sieht nix, haben wir freie Fahrt!

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:eyes: Ursula mit Ave und Tochter Finje


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BeitragVerfasst: 11. Jan 2011, 12:59 
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Das ist schon eine Wahnsinns-Leistung von dem Hund. Obwohl ein Hund der arbeitet, der arbeitet und hat für nichts anderes Zeit. Ich denke, da sind auch die Appenzeller dann wirklich fest im Thema und lassen sich nicht ablenken, wenn die Arbeit Spaß macht.

Das konnte mein Mann bei Toby erst am Samstag beobachten. Ich hatte es nicht gesehen, weil ich woanders im Trümmerfeld stand. Wir hatten RH-Training und arbeiteten in 3 Gruppen auf unserem Trümmergelände. Toby machte Witterungsübungen. Er wurde losgeschickt, um das Opfer in den Trümmern zu finden. Dabei war er so ins Arbeiten vertieft, dass er an Volker und einem anderen Jungrüden aus der anderen Übungsgruppe, die eben die letzte Übung besprachen, in einem Abstand von ca. 20 cm vorbeifegte ohne auch nur einen einzigen Blick für Chef oder den Jungrüden zu haben. Im Normalfall würde er das nie so machen sondern mindestens zu Volker hinlaufen. Aber er war im Arbeitsmodus und wusste: für solche Dinge habe ich keine Zeit.

Wie wird ein Blindenhund eigentlich bestätigt während seiner Arbeit? Gar nicht oder bekommt er zwischendurch immer mal wieder seine extra Belohnung?

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BeitragVerfasst: 11. Jan 2011, 16:03 
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Belohnungen wie man sie bei Sporthunden kennt gibt es nicht. Es sind die Streicheleinheiten und verbales Lob "brava", für ein brava tun sie alles. Ein Leckerli darf der Junghundtrainer geben, wenn der Hund z.B. nicht heran kommt. Damit es sicher verankert wird, bekommt er dann spärlich mal ein Leckerli.
Eine blinde Person könnte im falschen Moment bestätigen, weil sie's ja nicht sieht, darum darf nur gelobt werden. Durch Leckerli Bestätigungen können Fehler entstehen.

Unsere Hunde müssen sich ja anmelden, denn ein Blinder sieht ja nicht, wenn der Hund kommt und 1/2 m vor ihm sitzt und wartet. Darum muss der Blindenhund sich bei Fuss bemerkbar machen. Er darf ans Bein anlehnen, mit der Pfote stubsen oder die Schnauze in die Hand drücken, so dass man halt weiss, der Hund ist da.
Dafür bekommt er dann ein begeistertes brava.
Lg Appiherz


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