Appenzeller Sennenhunde und alle anderen bellenden 4-Beiner

Auch wenn der Schwerpunkt auf dem Appenzeller Sennenhund liegt, sind auch alle anderen Hundehalter, die Spaß am Erfahrungsaustausch haben, mit ihren Hunden herzlich willkommen
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AutorNachricht
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BeitragVerfasst: 18. Dez 2010, 17:05 
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BildLiebe Doris!
Das ist einfach super, was Du da machst. Ich kenne ja auch die anderen Blindenhunde aus Deiner Zucht, alle drei sind ganz wunderbare Hunde. Für Walko hoffe ich, dass alles klappt und er dann einem Blinden ein ganzes Leben lang zur Seite stehen darf. Früher hätte ich nie gedacht, dass sich unsere Appis so hervorragend zum Blindenhund eignen. Du hast es bewiesen. Das ist einfach nur genial...

Liebe Grüsse
Vroni mit Quincy


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BeitragVerfasst: 18. Dez 2010, 18:55 
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Liebe Doris,
ich finde Deine Arbeit, Dein ehrenamtliches Engagement und Deine Liebe zur Ausbildung einfach nur bewunderswert! Vielen Dank, dass Du hier auch etwas darüber schreibst.
Alles Gute für die Ausbildung mit Walko. Bild


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BeitragVerfasst: 18. Dez 2010, 21:56 
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Vielen Dank für die Lorbeeren, nur nicht so überschwänglich. Das mach ich doch gerne. Wollte das schon immer machen und habe mich vor vielen Jahren bei der grössten Schule in Allschwil gemeldet. Dort wurde ich aber abgewiesen, weil ich damals schon ein paar eigene Hunde hatte. Die Vorlage war, dass ich diese abgebe, dann hätte ich einen Labi bekommen. Aber meine Hunde wollte ich nicht weggeben, so habe ich halt aufs Blindenhunde erziehen verzichtet.

Jahre später kam es ganz unverhofft, einfach so......
... ich stellte 1998 an der BEA in Bern meine Zuchthunde aus. Mit dabei war meine Nachwuchshündin Eila, sie war gerade 16-wöchig. Eila, war sehr menschenfreundlich und aufgeschlossen. Sie nutzte jede Gelegenheit um ganz schnell durch die Türe zu schlüpfen um auf der gegenüberliegenden Seite beim VBM-Stand den Parcour zu erkunden.
Die Blindenhunde Ausbildner Tim und Roland wurden schnell auf den neugierigen Hund aufmerksam. Roland wollte mir den Hund abkaufen, ich war sehr erstaunt und wollte wissen für was er denn einen Appenzeller braucht? Natürlich als Blindenhund, diese Hündin wäre genau richtig. Ein Appenzeller als Blindenhund, so etwas habe ich noch nie gehört, das geht doch nicht. Eila wollte ich sowieso nicht verkaufen, da sie meine zukünftige Zuchthündin werden sollte. Roland liess nicht locker und so versprach ich ihm mich beim nächsten Wurf zu melden.
Der nächste Wurf kam am 16. Dezember 1998 auf die Welt. Ich war hin und her gerissen, soll ich nun Roland anrufen oder nicht. Ich nahm all meinen Mut zusammen und telefonierte Roland. Er lachte mich nicht aus, (das hatte ich erwartet) er freute sich und versprach die Welpen mit 7-wöchig zu testen.
Tatsächlich kam Roland und testete die Welpen, Farso gefielen die Spielchen und er machte gut und freudig mit. So wurde der erste Appenzeller Sennenhund für die Blindenhundeausbildung gekauft. Ich hatte ziemliche Bedenken wegen der Aufzucht, ist doch der Appenzeller nicht mit einer anderen Rasse vergleichbar. Ich wollte den Welpen selbst aufziehen, so wurde ich beim VBM Junghundtrainerin.
An den monatlichen Junghundetrainings, an Seminaren und Weiterbildungskursen habe ich mein Wissen über diese spezielle Hundeausbildung erworben und allgemein ergänzt.

Lg Doris


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BeitragVerfasst: 18. Dez 2010, 22:11 
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Danke Doris, dass du dir die Mühe machst, uns über dieses Thema zu informieren - finde ich Bild

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Herzliche Grüße

Gerlinde & Toby

Der Mensch glaubt manchmal, er sei zum Besitzer, zum Herrscher erhoben worden. Das ist ein Irrtum. Er ist nur ein Teil des Ganzen. Seine Aufgabe ist die eines Hüters, eines Verwalters, nicht die des Ausbeuters. Der Mensch hat Verantwortung, nicht Macht. (Onondaga)


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BeitragVerfasst: 9. Jan 2011, 22:44 
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Ich habe mir auch so einen Pflegetisch gekauft und arbeite auch mit dem Pflegetisch und den Italienischen Kommandos,das ist echt super!!Bin durch Doris dazu gekommen und habe auch schon zwei Welpen von mir dem VBM gegeben.Mit den Italienischen Kommandos ist das super und da Doris und ich viel zusammen sind ist das sehr einfach für uns weil alle unsere Hunde auf die Italienischen Kommandos hören.

Soni und das Hunderudel


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BeitragVerfasst: 10. Jan 2011, 01:06 
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Ich arbeite nur 2x ca. 5-7 Minuten auf dem Pflegetisch. jetzt noch, habe erst 3x mit ihm auf dem Pflegetisch gearbeitet. Dazwischen gibt es mal einen Tag frei, damit er das gelernte "verdauen" kann.
Er läuft ganz normal mit den anderen Hunden im Rudel, spielt mit Sänti und mit Wero, der noch bis zum 24. 1. bei uns ist.
Nur bei der Tavoarbeit sind wir alleine, die anderen streiten sich sonst, weil alle auch auf den Tavo wollen. Walko soll sich in diesen paar Minuten auf mich konzentrieren.

Ja, Sonderbehandlung gibt es in dem Sinne eigentlich nicht, oder doch....., ich bin strenger und konsequenter mit ihm. Bei meinen privaten Hunden lasse ich eher mal eine 5 gerade sein. Ah doch, Walko darf nicht ins Schlafzimmer, wenn ich so überlege gibt es schon Sachen die anders sind.
Die Labis z.B. dürfen nicht so hoch genommen werden auf die Knie zum Schmusen, da muss der Junghundtrainer auf den Boden, der Appi darf auf die Knie, grosse Ausnahme, die brauchen das manchmal einfach. Das erstemal in einem der grössten Einkaufs-Restaurants in Zürich, da war es Walko gar nicht wohl, also kam er zu mir auf die Knie, dann ging es ihm schnell besser, als ich ihn dann auf den Boden setzte, hat er sich unter dem Tisch zusammen gerollt wie die anderen Hunde.
Privat würde ich mich das nicht getrauen, aber innerhalb der Schule ist das kein Thema. Von den aussenstehenden Leuten wird das auch akzeptiert.

Wenn sich ein Hund bei der Arbeit stark erschrickt, geht die blinden Person in die Hocke und nimmt den Hund in den Arm, es wird nicht gesprochen, nicht gestreichelt, nur gehalten.
Der Hund beruhigt sich und kann sich danach wieder auf die Arbeit konzentrieren

Wir lassen die Hunde auch nie vor der Arbeit zusammen spielen, sonst sind sie viel zu Aufgeregt und können gar nicht Arbeiten. Erst nach der Arbeit dürfen sie nach Alter getrennt zusammen freien Auslauf haben.

Manchmal git es auch Trainings ohne Worte, da darf nichts gesprochen werden, weder mit den anderen Personen und schon gar nicht mit dem Hund. Auch da gibt es einen Freilauf, abrufen - aber eben ohne Worte, da muss man sich halt etwas einfallen lassen, damit der Hund aufmerksam wird und kommt. Die Trainings werden ganz normal abgehalten mit sitz, platz, warten usw. nur ohne Ton und Worte.
Die Trainings finden auf der Zürcher Allmend, wo sich an einem schönen Tag bis zu 150 Hunde tummeln statt oder dann in der Stadt, Bahnhof - Zug ein- und aussteigen, Tram, Lichtsignale, Gehorsamsübungen in der Bahnhofstrasse usw.

Am Samstag war Junghundtrainertreffen, da wurden wir übers 3-Tage-Seminar im April informiert, ich freue mich schon darauf. Da werden wir unter die Dunkelbrille müssen, unter der Dunkelbrille mit den Hunden spazieren, essen, am Stock laufen usw. Das fördert das Gefühl für's blind sein, was heisst das..... Eine Strasse überqueren nach einem Kreisel, habt ihr schon bewusst gemerkt, dass die Fussgängerstreifen immer unmittelbar nach der Ausfahrt ist. Wenn man sich nur auf das Gehör verlassen muss, ist so ein "passare" enorm schwierig, die Autos bremsen kurz vor der Ausfahrt und geben dann Gas, oder fahren sie einfach mit monotonem Motorengeräusch weiter? Der Hund hilft in so einer Situation nicht, da muss man selbst entscheiden, laufe ich oder nicht? Verlasse ich mich darauf, dass der Autofahrer für mich bremst?

Ja, alle meine Hunde werden mit den italienischen Hörzeichen angesprochen, das ist einfacher, die meisten von ihnen reagieren aber auch auf deutsche Befehle.
Lg Appiherz


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BeitragVerfasst: 10. Jan 2011, 11:05 
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Der Junghund ist ca. 1-1 1/2 Jahre bei mir, dann muss er zum Instruktor zur Endausbildung. Da wird nochmals alles was der Hund schon gelernt hat, wiederholt und verankert, dazu kommen noch die neue Sachen, die der Junghundtrainer nicht machen kann weil es technische Hilfsmitterl braucht. Das sind die Abgrundverweigerungen, Höhenhindernisse bis 1.9 m hoch, und was auch noch wichtig ist die Breite. Der Hund muss abschätzen wenn er um eine Hausecke oder sonst etwas herumgeht im rechten Winkel, dass der Hund nicht die Kurven schneidet, sonst läuft die blinde Person geradewegs in die Hausmauer oder was auch immer.

Der Hund muss zum Junghundtrainer eine sehr gute Bindung aufbauen, sonst klappt es bei den Versetzungen nicht. Nur wenn der Hund gelernt hat, dass eine gute Bindung schön ist, wird er so schnell wie möglich wieder eine gute Bindung zur neuen Person suchen. Die Hunde werden darauf vorbereitet, ich gebe Walko jetzt schon in der Hundeschule in fremde, wildfremde Hände, ich kümmere mich während der Zeit nicht mehr um den Hund, nur wenn es ganz grobe Fehler sind greife ich ein. Sonst muss sich der Mensch und der Hund selbst mit der Situation abfinden.
Die Hunde kennen ja von den Junghund-Trainings, -Treffen, -Seminaren, -Wanderungen usw. die Instruktoren. Dann ist es weniger schlimm für den Hund. Wir arbeiten nicht Mannbezogen sondern Objektbezogen, darum ist es kein Problem, der Hund kennt die Kommandos und der Führer verwendet die richtigen Begriffe - Der Hund gehorcht.

Wenn der Hund seine Zeit beim Instuktor fast um hat, schaut man sich nach einem geeigneten "Blinden" um. Ist der Hund schnell und rassig, kommt eine jüngere Person in Frage, ist der Hund langsam und gemütlich eignet er sich für eine ältere Person. Im Vorfeld muss der Sehbehinderte- oder Blinde ein Seminar für Blindenführhunde-Anwärter absolvieren. Dort werden die Leute mit den Hunden zusammengebracht, sie dürfen mit den fast fertigen Hund laufen, Hindernisse wie Treppen, durch Türen gehen usw. so bekommen sie einen kleinen Einblick wie es mit einem Hund ist. Klar gibt es auch Beulen, wenn der Blinde nicht richtig dem Bügel folgt, sondern einfach läuft und vielleicht noch den Arm etwas streckt, dann krachts. Die Anwärter bekommen eine kleinere Kugel, die mimmt den Hund. Nun müssen sie ein Protokoll führen, was sie den ganzen Tag machen, wo sie den Hund platzieren, am Arbeitsplatz, im Bus, Tram, Zug. In welchen Situationen hat der Anwärten den Hund zu Hause gelassen, wann und wie oft hat er daran gedacht seinen Hund zu versäubern, füttern usw. und er muss die Kommandos lernen.

Wenn der Hund mit der Ausbildung fertig ist, muss der Instruktor die IV-Prüfung machen. Die wird von einem Experten vom Bundesamt der Schweiz. Sozial- und Invaliden-Versicherung abgenommen. Diese Prüfung dauert etwa 2 Stunden, der Hund darf keine Fehler machen, der Experte will dann Strassenüberquerungen, Kreuzungen, Lichtsignale, Türe- Schalteranzeigen, Unterführung, Tramfahren, Baustellen umgehen, Einkaufen. Wenn der Hund die Prüfung schafft, kann er bei einem passenden Blinden eingeführt werden.

Es braucht ungefähr ein Jahr bis sich der Blinde völlig dem Hund anvertraut und wirklich das tut was der Hund will.
Lg Appiherz


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BeitragVerfasst: 10. Jan 2011, 11:27 
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Blindenhund-Anwärter-Seminar Rüti 2007


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BeitragVerfasst: 10. Jan 2011, 11:28 
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Doris ich finde es eine wahnsinns Leistung die die Ausbilder und auch die Hunde hier vollbringen. Bin schon gespannt auf weiteres News. Habe ich das richtig verstanden, dass im Alter von ca. 2,5 Jahren der Hund bereits beim Sehbehinderten oder Blinden einziehen darf?

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Liebe Grüße

Nicole & Diego

"Mit Hund gibt es keinen Tag mehr in Deinem Leben, an dem Du nicht lachst!"
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BeitragVerfasst: 10. Jan 2011, 12:26 
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Hast du später noch Kontakt zu den von dir ausgebildeten Hunden. Und welche Beziehung baut man da eigentlich auf, wenn man so lange so intensiv arbeitet mit ihnen?

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Herzliche Grüße

Gerlinde & Toby

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